Wein

In Vino Veritas

Wein trinken ist gut – doch manchen reicht das nicht denn sie interessiert auch, was sie trinken. Hier erfahren Sie alles über Aromen, Herkunft, Herstellung und Lagerung. Zudem finden Sie alles Wissenswerte über das Thema Wein im Trauben-ABC und Weinlexikon:

Aromatabelle | Lagerung | Trauben-ABC | Herstellung | Lexikon

Beim Genuß von Wein wird man feststellen können, daß viele unterschiedliche Geschmackseindrücke sich entfalten. Nachdem man den erstenSchluck genommen hat, schmeckt man, ob der Wein „lieblich“ oder „trocken“ schmeckt. Wenn der Weinfreund nicht unmittelbar vorher stark gewürzte Speisen genossen oder Tabak geraucht hat, eröffnen sich ihm weitere, viel subtilere Geschmackseindrücke.

Unten stehende Tabelle soll dem Weinfreund Vokabeln an die Hand geben, die es ihm ermöglichen, das Aroma des Weins zu beschreiben.

Fruchtig Zitrone Säureangereicherter Weißwein
Limone australischer Riesling
Grapefruit Scheurebe
Orange Marsala
Ananas kalt vergorener Weißwein
Melone Mâcon Blanc
Banane junger Beaujolais
Litschi Gewürztraminer
Pfirsich osteuropäischer Weißwein
Aprikose Viognier/Condrieu
Apfel junger Chardonnay
Birne Weißwein aus Piemont
Kirschen reifer Pinot Noir
Maulbeeren Shiraz
Himbeeren junger Pinot Noir
Brombeeren nördliche Rhône
Erdbeeren Rioja
Johannisbeeren Cabernet Sauvignon
Stachelbeeren Sauvignon Blanc
Traubig Muskateller
Rosinen Liqueur Muskat
Pflaume Recioto
Feigen Portwein
Vegetabil Grasig Sauvignon
Nesseln Sauvignon Blanc
Paprika nicht ganz reifer Cabernet
Eukalyptus reifer Cabernet
Minze Cabernet aus der neuen Welt
Geranienlaub Sorbinsäure
Johannisbeerlaub Cabernet Sauvignon
Dosenspargel Sauvignon aus Neuseeland
gekochter Kohl Edelfäule
Tabak Châteauneuf-du-Pape
Stroh Chenin Blanc
Tee junger Portwein
Blumig allgemein blumig Riesling
Veilchen feinster reifer Rotwein
Holunderblüten junger Weißwein aus kühlem Klima
Rosen Muskateller
Orangenblüten Muskateller
Gewürz würzig Elsässer Weißwein
Süßholz Syrah
Pfeffer Syrah
Vanille Fässer aus amerikanischer Eiche
Animalisch Katzenpisse Sauvignon Blanc
Mäuse Brettanomyces
Fleisch Pomerol
Wild Rhône-Wein
Speck reifer Elsässer
Leder faßgereifte Rotweine
Mikrobiologisch Florhefe Manzanilla fino
Bäckerhefe manche Champagner
Butterteig voller Chardonnay
Chemisch Faule Eier Sulfid
Streichholz freier Schwefel
Pappe kartongelagerte Gläser
nasse Pappe verschmutzte Filter
überreife Birnen Beaujolais primeur
Acetaldehyd Oxidation
Mineralisch Petroleum alter Riesling
Nasse Steine Chablis
Feuerstein Pouilly-Fumé, Sancerre
Erdig nasses Geschirrtuch schmutzige Gläser
Schimmel Korkgeschmack
Waldboden reife volle Rotweine
Holz Pinienharz Retsina
Bleistiftspäne Cabernet Franc
Zigarrenkiste roter Bordeaux
Eichenholz Chardonnay
feuchtes Holz unsauberes Faß
Geröstet Toast feiner Chardonnay
angebrannter Toast alter Semillon
Kaffee Madeira
verbrannter Gummi Syrah
Rauchig Elsässer Weißwein
Süß Schokolade Shiraz
Melasse Rotweine aus Piemont
Karamel reife Rotweine
Malzzucker Sauternes
Honig Riesling
Bisquit alter Champagner
Nüsse Haselnuß weißer Burgunder
Kastanie portugiesischer Rotwein
Kokos Fässer aus amerikanischer Eiche
Marzipan Marsanne
Mandelkerne Sherry
Bittermandel Soave

Quelle: www.winecat.de

Wein ist ein recht empfindliches Genußmittel, bei richtiger Lagerung kann er jedoch Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte überdauern.
Vor nicht allzulanger Zeit ist eine römische Galeere samt Ladung geborgen worden, der in der Ladung befindliche Wein war sogar noch genießbar. Um dem Wein ein solch langes Leben zu bescheren, sollte man wissen, was für den Wein schädlich ist.

1. Licht

Im besonderen Sonnenlicht. Die darin befindliche UV-Strahlung fördert den Alterungsprozeß und begünstigt chemische Reaktionen, die zum Verderb des Weines führen. Aromastoffe werden aufgespalten, bzw. umgewandelt in andere, weniger wohlschmeckende Substanzen. Selbst Neonlicht oder Glühlampen tragen zum Verderb des Weins bei.

2. Frost, bzw. tiefe Temperaturen

Die verschiedenen Bestandteile des Weins (Wasser, Glycerine, Alkohol, Phenole, etc.) haben unterschiedliche Gefrierpunkte. Gefriert nur ein Bestandteil, trennt er sich von den übrigen. Der Wein verwandelt sich in ein heterogenes Gemisch der verschiedenen Bestandteile.

3. Wärme

Hohe Temperaturen begünstigen chemische Reaktionen im allgemeinen und Bakterienwachstum im speziellen. Wärme hat ähnliche Auswirkungen auf den Wein wie Licht, zusätzlich fördert Wärme das Wachstum eventuell vorhandener alkoholtoleranter Bakterien, die ein recht enges Temperaturspektrum zu Eigen haben.

4. Luft

… speziell Sauerstoff. Die Abwesenheit von Luft unterbindet das Wachstum aerob lebender Essigsäurebakterien. Den Effekt kann Jeder beobachten, der vielleicht mal einen Rest Wein einige Tage hat stehen lassen. Die Übriggebliebene Flüssigkeit hat mehr mit Balsamico als mit Wein gemeinsam.

5. Erschütterungen

Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht genau erforscht. Fest steht allerdings, daß Wein, der permanenten Vibrationen ausgesetzt wird, weitaus weniger haltbar ist, als solcher, der ruhen kann.

Einige Faustregeln gelten nach wie vor:

Tanninreicher Rotwein ist länger haltbar als trockener Weißwein. Tannin unterbindet die mikrobischen Aktivitäten.
Stehend gelagerter Wein verdirbt schneller als liegend gelagerter Wein. Der Korken des liegend gelagerten Weines benetzt permanent den Korken, wodurch dieser aufgequollen bleibt. Dies hält den Luftsauerstoff fern.
Konstant hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt ein hohes Weinleben. Luft mit hohem Feuchteanteil kann weniger verdunstete Flüssigkeit aufnehmen, sprich: es verdunstet weniger Flüssigkeit von der Außenseite des Korkens. Das Vakuum, welches durch die Verdunstung des Flüssigkeitsanteils in der Flasche entstanden ist, wird üblicherweise durch Luft ausgeglichen, somit auch Luftsauerstoff. Schimmel an den Kellerwänden ist daher nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen.
Lange Korken sind besser als Kurze Lange Korken schützen den Inhalt besser, da auf einer längeren Strecke im Flaschenhals eine Abdichtung gegen Luft und Verdunstung gegeben ist. Wie wir sehen, ist der ideale Lagerplatz für Wein tatsächlich der Meeresgrund. Doch auch angebrochene Flaschen müssen nicht sofort aufgebraucht werden oder am nächsten Tag in der Sauce landen. Ohne Spezielle Behandlung, einfach mit aufgestecktem Korken, sind geöffnete, volle Flaschen im Kühlschrank etwa 4-5 Tage haltbar. Eine zu 3/4 volle Flasche hält sich gekühlt 3-4 Tage, die halb volle Flasche „überlebt“ gekühlt etwa 2-3 Tage, eine zu einem Viertel gefüllte Flasche Wein kann auch nach 1-2 Tagen noch bedenkenlos genossen werden. Weinflaschen mit geringeren Resten sollten allerdings am nächsten Tag aufgebraucht werden. Rotwein sollte allerdings etwa 2 Stunden vor dem Genuß in den Raum gestellt werden, in dem er getrunken wird, damit sich die Temperatur angleichen kann.
Gängige Methoden zur Aufbewahrung von Weinresten

1. Vakuumisierung

Die angebrochene Flasche wird mit einem Gummistopfen versehen, in dem ein Auslaßventil eingebaut ist. Mit einer Unterdruck-Luftpumpe wird ein Gutteil der Luft aus der Flasche entfernt. Vielfach scheitert es jedoch an Material geringer Qualität; so ist einerseits die Luftpumpe nicht stark genug, um genügend Luft aus der Flasche zu entfernen, andererseits lassen billige Gummistopfen wieder Luft in die Flasche zurück.
Diese Methode ist nur für Flaschen geeignet, die noch zu mehr als 3/4 gefüllt sind.

 

2. Nitrogenisierung

Bei diesem Verfahren wird die Luft, genauer: der reaktionsfreudige Sauerstoff, durch reaktionsträgen Stickstoff (Nitrogenium) ersetzt. Dieses Verfahren ist für Flaschen aller Füllhöhen geeignet, da es recht teuer ist, kommt es nur bei kostbaren Weinen zur Anwendung.