Lexikon

Trappistenbier

Trappistenmönche sind ja – als „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ – eher verschwiegene Menschen, auch wenn das Schweigegebot durch das Zweite Vatikanische Konzil etwas gelockert worden ist.

Um nämlich Trappistenbier brauen (und auch als solches bezeichnen) zu dürfen, muss eine Bauerei vollständig im Eigentum des Ordens stehen und auch auf dessen eigenem Grund produzieren.

Das hat sich in der Vergangenheit als sehr profitabel erwiesen – in Florenville etwa haben fromme Bürger in den 1920er-Jahren eine Brauerei gegründet, deren Erträge den Wiederaufbau und die Wiederbesiedelung der 1793 zerstörten Klosteranlage Orval finanzieren sollten. Das ist tatsächlich gelungen – und das heute im Kloster gebraute herb-fruchtige Bier in der charakteristischen bauchigen Flasche ist ein weltweit gefragtes Produkt. Denn wegen der strengen Auflagen zur Herstellung des Trappistenbieres können die Brauereien nicht beliebig erweitert oder gar ausgelagert werden, sonst geht die prestigeträchtige Bezeichnung „Authentic Trappist Product“ verloren: Jede der acht Trappistenbrauereien stellt geschmacklich sehr eigenständige Biere in relativ geringen Mengen her (in Orval sind es etwa 40.000 Hektoliter im Jahr).